Bezirke im Verbandsgebiet des Blasmusikverbands Karlsruhe

 

Das Verbandsgebiet und die Bezirke

Die Aufteilung der Bezirke im Verbandsgebiet deckt sich nicht mit den heutigen politischen Verwaltungsbezirken oder dem Gebiet des Landkreises Karlsruhe. Sie zeigt mehr historisch und vereinsorganisatorisch gewachsene Räume. Gerade die Verwaltungs- und Gebietsreformen der 1970er Jahre erklären viele der heutigen Abweichungen.

Die sieben Bezirke des Blasmusikverbandes – Albtal, Bruchsal, Hardt, Kraichgau-Bretten, Obere Hardt, Pfinz und Stadtbezirk Karlsruhe – orientieren sich zwar deutlich an der Siedlungs- und Verwaltungsstruktur des Raumes Karlsruhe, stimmen jedoch nicht durchgehend mit heutigen Gemeinde-, Stadtteil- oder Kreisgrenzen überein.

Das liegt vor allem daran, dass die Verbandsstruktur stärker den historisch gewachsenen Orts- und Vereinsidentitäten folgt. Die politische Verwaltung dagegen wurde insbesondere zwischen 1970 und 1975 grundlegend neu geordnet. Mit der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der frühere Landkreis Bruchsal aufgehoben und vollständig in den vergrößerten Landkreis Karlsruhe integriert. Hinzu kamen Gebiete aus den früheren Landkreisen Sinsheim, Pforzheim, Rastatt und Vaihingen.

Parallel dazu führte die Gemeindereform zu zahlreichen Zusammenschlüssen und Eingemeindungen. Viele Orte, die zuvor selbstständige Gemeinden waren, sind deshalb heute Ortsteile einer größeren politischen Gemeinde, haben aber bis heute noch eigenständige Musikvereine.

Bezirk Bruchsal

Der Bezirk Bruchsal lässt die Struktur des ehemaligen Landkreises Bruchsal noch deutlich erkennen. Politisch existiert dieser Kreis seit 1973 nicht mehr: Sämtliche Gemeinden des früheren Landkreises Bruchsal kamen zum neuen Landkreis Karlsruhe.

Der Bezirk bildet aber keineswegs einfach den alten Landkreis ab. Orte des heutigen nördlichen Landkreises Karlsruhe verteilen sich auf Bruchsal, Hardt und Kraichgau-Bretten. Gleichzeitig werden ehemals selbstständige Gemeinden weiterhin als einzelne Vereinsorte geführt. Beispiele sind Heidelsheim, Helmsheim, Büchenau, Untergrombach und Obergrombach, die heute politisch zur Stadt Bruchsal gehören.

Ähnlich verhält es sich mit Ubstadt, Weiher, Zeutern und Stettfeld, die heute Teile der Gemeinde Ubstadt-Weiher sind, sowie mit Mingolsheim und Langenbrücken, die politisch Bad Schönborn bilden.

Bezirk Hardt

Der Bezirk Hardt ist besonders deutlich ein landschaftlich und vereinsgeschichtlich definierter Raum und kein politischer Verwaltungsbezirk. Er verbindet die Hardtorte nördlich von Karlsruhe und reicht über die heutige Kreisgrenze hinaus.

Das sieht man besonders an Hockenheim und Reilingen: Sie gehören heute zum Rhein-Neckar-Kreis, während beispielsweise Philippsburg, Graben-Neudorf, Hambrücken, Forst und Karlsdorf-Neuthard zum Landkreis Karlsruhe gehören.

Auch die Gemeindereform ist innerhalb des Bezirks gut sichtbar. Karlsdorf und Neuthard bilden heute gemeinsam Karlsdorf-Neuthard, Graben und Neudorf Graben-Neudorf, Linkenheim und Hochstetten haben aber einen gemeinsamen Musikverein Linkenheim-Hochstetten. Die musikalische Bezirksgrenze folgt damit weder konsequent den heutigen Gemeindegrenzen noch einer Kreisgrenze.

Bezirk Kraichgau-Bretten

Beim Bezirk Kraichgau-Bretten ist der Einfluss der Kreisreform von 1973 besonders interessant. Der heutige Landkreis Karlsruhe wurde damals nicht nur aus den alten Kreisen Karlsruhe und Bruchsal gebildet. Unter anderem kamen Eichelberg, Kürnbach, Landshausen, Sulzfeld, Tiefenbach und Zaisenhausen aus dem bisherigen Landkreis Sinsheim sowie Oberderdingen aus dem Landkreis Vaihingen hinzu.

Der heutige Verbandsbezirk Kraichgau-Bretten verbindet damit Orte, deren politische Zugehörigkeiten vor 1973 durchaus unterschiedlich waren. Die Gemeindereform führte zusätzlich zur Bildung größerer Gemeinden. Besonders deutlich ist dies bei Kraichtal: Menzingen, Münzesheim, Oberöwisheim, Unteröwisheim, Neuenbürg und Landshausen haben weiterhin separate Musikvereine, sind aber politisch Ortsteile derselben Stadt. Ähnliches gilt für Ortsteile von Bretten und Oberderdingen.

Der Bezirk bewahrt damit wesentlich stärker die historische Ortsstruktur des Kraichgaus als die heutige politische Gemeindekarte.

Bezirk Pfinz

Auch der Bezirk Pfinz überschreitet heutige Gemeindegrenzen und verbindet Orte verschiedener politischer Gemeinden aufgrund ihrer geografischen und musikalischen Beziehungen im Pfinz- und nördlichen Karlsruher Raum.

Besonders anschaulich sind Berghausen, Söllingen, Kleinsteinbach und Wöschbach. Politisch gehören sie heute zur Gemeinde Pfinztal. Jöhlingen und Wössingen bilden politisch Walzbachtal.

Gleichzeitig gehören Eggenstein und Linkenheim-Hochstetten zum Bezirk Pfinz, obwohl ihre geografische Lage bereits stark in Richtung Hardt weist. Dadurch unterscheidet sich die Verbandsgrenze deutlich von einer rein landschaftlichen oder kommunalpolitischen Grenzziehung.

Bezirk Albtal

Der Bezirk Albtal ist ebenfalls nicht deckungsgleich mit einer politischen Einheit. Er umfasst einen Raum südlich und südöstlich von Karlsruhe.

Besonders deutlich wird der Unterschied bei Völkersbach. Politisch ist Völkersbach ein Ortsteil von Malsch. Im Blasmusikverband gehört Völkersbach jedoch zum Bezirk Albtal, während Malsch selbst dem Bezirk Obere Hardt zugeordnet ist. Damit verläuft innerhalb einer heutigen politischen Gemeinde eine musikalische Bezirksgrenze.

Weitere Beispiele ergeben sich aus der Gemeindereform: Langensteinbach, Ittersbach, Spielberg, Auerbach und Mutschelbach bilden heute Ortsteile der Gemeinde Karlsbad. Ähnliches gilt für die heutigen Gemeinden Waldbronn, Marxzell und Keltern. Die Verbandsstruktur bildet hier also eher die historischen Ortschaften und deren Vereinsleben als die heutigen Großgemeinden ab.

Bezirk Obere Hardt

Die Obere Hardt zeigt besonders deutlich, dass die Bezirksstruktur nicht einfach den heutigen Gemeindegrenzen folgt.

Malsch gehört mit seinem Kernort zum Bezirk Obere Hardt, während der politisch ebenfalls zu Malsch gehörende Ortsteil Völkersbach dem Bezirk Albtal zugeordnet ist. Der Ortsteil Waldprechtsweier ist außerhalb der Verbandsgrenze und gehört zum Nachbarverband „Mittelbaden“.

Auch Forchheim, Mörsch und Neuburgweier sind heute keine selbstständigen Gemeinden mehr, sondern Ortsteile von Rheinstetten. Bruchhausen, Ettlingenweier und Oberweier gehören politisch zur Stadt Ettlingen, werden aus Verbandssicht jedoch dem Bezirk Obere Hardt zugerechnet, während Ettlingen selbst zum Bezirk Albtal gehört.

Stadtbezirk Karlsruhe

Der Stadtbezirk Karlsruhe umfasst unter anderem die eigenständigen Musikvereine Durlach, Durlach-Aue, Grötzingen, Hohenwettersbach, Grünwettersbach, Stupferich, Wolfartsweier, Neureut, Knielingen, Mühlburg, Daxlanden und Rüppurr. Heute liegen diese Orte beziehungsweise Stadtteile vollständig innerhalb des Stadtkreises Karlsruhe.

Historisch war das jedoch keineswegs immer der Fall. Gerade die Gemeindereform der 1970er Jahre vergrößerte Karlsruhe erheblich. Eingemeindet wurden Hohenwettersbach 1971, Stupferich 1972, Wolfartsweier 1973, Grötzingen 1974 sowie Grünwettersbach/Wettersbach und Neureut 1975.

Die damaligen Auseinandersetzungen waren teilweise erheblich. Neureut wehrte sich beispielsweise gegen den Verlust seiner Selbstständigkeit; die Eingemeindung wurde schließlich 1975 vollzogen.

Auch Wettersbach zeigt die Dynamik der Reformzeit: Grünwettersbach und Palmbach bildeten ab 1972 zunächst gemeinsam die Verwaltungseinheit Wettersbach, bevor diese zum 1. Januar 1975 nach Karlsruhe eingemeindet wurde.

Quelle des Textes: ChatGPT

Die Bezirkskarte wurde unter anderem unter Verwendung von OpenStreetMap, ATKIS Basis-DLM Verwaltungsgrenzen Baden-Württemberg sowie amtlichen Gemeinde- und Landkreisgrenzen aus den Verwaltungsgrenzdaten des LGL Baden-Württemberg erstellt.

Programmierung: Alexander Knam