Gesamtbericht zu den 9. Karlsruher Blasmusiktagen

Der Orchesterwettbewerb nach den Richtlinien der CISM ist beim Blasmusikverband Karlsruhe Tradition. Zum 9. Mal führte der Verband im Rahmen seiner Blasmusiktage diesen Wettbewerb durch. Der Blasmusikverband Karlsruhe übernahm folgende Neuerungen der BDB Wertungsspiel-Ordnung: „Keine Pflichtstücke / Beratungsgespräch vor dem gesamten Orchester.

Mit ein Grund für das sehr gute, hohe Niveau der angetretenen Orchester ist sicherlich die Tatsache, dass der Blasmusikverband diesen Wettbewerb im regelmäßigen Rhythmus bereits seit 1991 durchführt. Ein Orchester startete der Kategorie 2, sechs Orchester in der Kategorie 4 und zwei Orchester in der Kategorie 5. Die Örtlichkeit im „Bürgerzentrum“ in Linkenheim ist optimal, sodass der frühere Veranstaltungs-Ort, das Konzerthaus, nicht wirklich vermisst wurde. Obwohl: Die Tatsache, dass aus der Kategorie 3 sich kein Orchester angemeldet hat, hinterfragt werden sollte, da die Verantwortlichen davon ausgegangen sind, dass die kleineren Orchester eine gewisse Hemmschwelle im Konzerthaus hätten.

Die Jury setzte sich zusammen aus: Rudolf Heidler (Achern), Ronald Holzmann (Gundelfingen), Joachim Volk (Lahr), Ingrid Fromm (Geisingen), Bernhard Stopp (Auersmacher)

Es erfolgte eine Bewertung nach den Richtlinien der CISM, wobei die höchste und die niedrigste Punktezahl jeweils gestrichen wurden.

Ein Dank gilt insbesondere auch dem Musikverein Linkenheim-Hochstetten für die Organisation vor Ort! Die hervorragende Durchführung hat mit entscheidend zum guten Gelingen der Veranstaltung beigetragen, wobei, bedingt durch das strahlende Sommerwetter, nicht so viele Gäste verweilten wie erwartet wurden.

Der Wettbewerb begann am Samstag-Nachmittag mit vier Orchestern, und wurde eröffnet mit dem Blasorchester der Musikschule Basel. Der Vortrag des Jugendorchesters der Stadt Karlsruhe setzte die Vortragsfolge fort, bevor dann zwei Orchester der Kategorie fünf (Höchststufe) den Abend mit einem gefühlten Konzertabend den 1. Wettbewerbstag beendet haben. Das große Interesse des Publikums, neben zwei der Vorzeigechestern des eigenen Verbandes das über 200km angereiste Schweizer Musikschul-Orchester sowie das lokale Jugendorchester der Stadt Karlsruhe zu erleben war sehr groß, sodass das Publikum einen ausgesprochen interessanten, attraktiven und lohnenden 1. Wettbewerbstag miterleben konnte.

Am 2. Wettbewerbstag waren weitere 5 Orchester zu hören. Der Publikumszuspruch war nun nicht mehr ganz so groß – es hätten gerne einige Besucher mehr sein können, was aber bei nahezu 30° sommerlichen Temperaturen nachvollziehbar war.

Die angenehme Ruhe und Konzentration war spürbar und wohltuend, wozu die vortreffliche Anmoderation der Orchester mit aufschlussreichen Hintergrundinformationen sehr dazu beigetragen hat – Kompliment den Verbandsverantwortlichen Michael Weber und Michael Paul!

Der Zeitplan war so großzügig, dass Auf- und Abbau der Orchester, sowie die zum Teil wechselnde Zuhörerschaft nie störend empfunden wurden.

Das durchweg hohe Niveau der angetretenen Orchester war eine hervorragende Werbung für konzertante Literatur zum einen, und Empfehlung für die Durchführung von Wettbewerben und Wertungsspielen im Besonderen. Dies wird und sollte sich im gesamten Verbandsgebiet herumsprechen, sodass auch die künftigen Veranstaltungen dieser Art einen guten, vielleicht noch größeren Zuspruch erfahren werden.

Mit gut ausgewählter, anspruchsvoller Literatur haben die Dirigenten den Geschmack der Musiker und Musikerinnen getroffen, und so auch eine glückliche Hand für die Stückeauswahl bei einem Wettbewerb bewiesen. Alle Orchester waren sehr gut vorbereitet zum Wertungsspiel angetreten – GRATULATION  

Im Gegensatz zu einem Wertungsspiel steht am Ende eines Wettbewerbes ein Ranking. Dieser Vergleich verleitet manchmal dazu, den Blick mehr auf die Mitkonkurrenten als auf sein eigenes Orchester zu richten, was tunlichst vermieden werden sollte! Ein Wettbewerb war dann ein Erfolg, wenn die Orchester mit ihren Dirigenten nicht nur IHR Ergebnis, sondern auch ihre erreichte Rangfolge, und somit das Gesamtergebnis akzeptieren.

Hierbei ist in starkem Maße entscheidend, wie der Dirigent seine Musiker/innen auf den Wettbewerb vorbereitet – mit welcher Einstellung ein Orchester zum Wettbewerb geht. Um Enttäuschungen zu vermeiden ist hier ganz besonders der Dirigent gefordert! Behutsamkeit und ein gutes Gespür, Sensibilität sowie eine gute Antenne zum eigenen Orchester muss der Dirigent in großem Maße haben!

Neu war das Beratungsgespräch eines Jurors mit dem gesamten Orchester. Dies ist bei einem Wettbewerb zwar nicht grundsätzlich vorgesehen, sollte aber, wenn es vom Veranstalter gewünscht wird, durchgeführt werden. Da diese Art des Beratungsgespräches auch für die Juroren völlig neu ist, wird man nach einer gewissen Erfahrungszeit ein Resümee ziehen können. Das Beratungsgespräch so zu gestalten, dass alles Wesentliche seitens der Jury mitgeteilt wird, nicht vorrangig als Monolog – sondern eben als Gespräch, und hierbei auch der zeitliche Rahmen nicht überzogen wird, muss auch von den Juroren trainiert werden.

Als Juryvorsitzender hatte ich die Gelegenheit auf diese Hintergründe, unmittelbar vor der Bekanntgabe der Ergebnisse hinzuweißen, denn im Grunde soll mit Veranstaltungen dieser Art erreicht werden, dass Dirigenten und Orchester motiviert werden, sich immer wieder Ziele zu setzen, dass jedes Orchester kritisch in sich hineinhört und erkennt, dass eine Bewertung vor allen Dingen das Ergebnis einer Momentaufnahme ist, und Menschen und Musiker/innen auch von Stimmungen abhängig sind, und eben – Gott sei Dank – keine Maschinen sind!

Die Atmosphäre der Abschlussveranstaltung am Sonntagnachmittag um 16:30 Uhr zeigte dann auch, dass die Ergebnisse durchweg von allen akzeptiert und bestätigt wurden. Jubelnde Musiker und Musikerinnen, Dirigenten die sich umarmten und gegenseitig gratulierten, machten es dem Präsidenten Michael Weber sehr leicht, nach der Ergebnisbekanntgabe und dem übergeben der Urkunden ein positives Resümee der 9. Karlsruher Blasmusiktage zu ziehen!

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Rang Orchester

Kat.

Punkte

Prädikat

Dirigent
1 Jugendorchester MV Berghausen 2

86,5

sehr gut

Kathrin Denner
1 Musikverein Neibsheim

4

90,3

hervorragend

Claudia Straub

 

2 Blasorchester Musikschule Basel

4

89,0

sehr gut

Franz Leuenberger
3 Jugendorchester Stadt Karlsruhe

4

88,3

sehr gut

Thomas Paha
4 Feuerwehrkapelle Jöhlingen

4

86,7

sehr gut

Jürgen Knam
5 Musikverein Weingarten

4

86,0

sehr gut

Tobias Nessel
6 Musikverein Rheinhausen

4

 

78,0

gut

Robert Sommer
1 Musikverein Harmonie Karlsruhe

5

92,7

hervorragend

Oliver Grote

2

 

Musikverein Östringen

5

 

91,3

hervorragend

Markus Mauderer

 

Die Karlsruher Blasmusiktage sind beispielhaft! Kompliment an alle Mitwirkenden und Verantwortlichen insbesondere an den Präsidenten des Blasmusikverbandes Karlsruhe, Herrn Michael Weber. Mein herzlicher Dank gilt auch meinen Kollegen der Jury. Es war eine große Freude gemeinsam mit engagierten, kritischen und verantwortungsbewussten Jurykollegen die vorgetragenen Stücke mit einem hohen Leistungsstand der Orchester hören, beurteilen und bewerten zu dürfen.

Rudolf Heidler, Juryvorsitzender

Verbandsdirigent

Oliver Grote

 
Gluckstr. 13
76185 Karlsruhe
 
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!